Prof. Dr. Michèle Lamont

Harvard University

Michèle Lamont ist Professorin für Soziologie, European Studies und African und African American Studies an der Harvard University. Neben ihrer Position in Harvard ist sie Fellow des Canadian Institute for Advanced Research, dessen Forschungsprogramm "Successful Societies" sie seit 2002 leitet. Lamont ist regelmäßiger Gast an renommierten internationalen Forschungseinrichtungen. Sie lehrte u.a. an der EHESS in Paris und war Gastprofessorin an der Universität von Tel Aviv, weitere Einladungen führten sie an die Sciences Po in Paris und das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung.


Michèle Lamont nimmt von Georg Krausch, Präsident der JGU (l.), und Matthias Neubert, Direktor des GFK-Leitungsgremiums (r.), den Gutenberg Research Award 2014 entgegen (Foto: Simon Büttner, brikettfilm)

In ihren Arbeiten analysiert die Kultursoziologin, wie sich Vorstellungen von Moral und Zugehörigkeit auf soziale Hierarchien und Ungleichheiten zwischen Menschen und Gruppen auswirken. Lamont hat über achtzig Aufsätze veröffentlicht und ist Herausgeberin von zwölf Sammelbänden und Autorin dreier preisgekrönter Bücher. Darin untersuchte sie die Klassen- und Moralvorstellungen von Angehörigen der oberen Mittelschicht in den USA und Frankreich, das Selbstverständnis von Mitgliedern der Arbeiterklasse und die Praktiken zur Feststellung akademischer "Exzellenz". Sie prägte maßgeblich die aufkommende Kultursoziologie in den USA und wurde insbesondere für ihren kulturvergleichenden Ansatz ausgezeichnet.

Lamont nimmt eine einzigartige Beobachtungsposition ein, in der sich das Studium europäischer und afroamerikanischer Kultur kreuzen. Die theoretischen Grundlagen der kulturvergleichenden Ungleichheitsforschung hat sie wesentlich mitentwickelt. Ihre Forschungen werden von der Soziologie, der Politikwissenschaft, der Ethnologie und der Wissenschaftsforschung aufgegriffen, aber auch über die Grenzen der Wissenschaft hinaus beachtet. Michèle Lamont war Mitglied des Haut Conseil de la Science et de la Technologie der französischen Regierung und im wissenschaftlichen Beirat der Sciences Po. Sie ist außerdem Beraterin der Weltbank und der UNESCO.